Podcast 2. Oktober 2026 6 Min. Lesezeit

Was mein Smart Home erledigt hat, während ich weg war

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Hier war es drei Monate still. Erst der Urlaub, danach kam anderes dazwischen. Mein Smart Home hat in der Zeit trotzdem weitergearbeitet. Genau dafür ist es gebaut – und aus dem Urlaub konnte ich zusehen, wie es seine Liste abarbeitet.

Das Haus arbeitet, während ich weg bin

Inzwischen landet jede Idee, jeder Wunsch und jeder Fehler, der mir auffällt, in einem eigenen Aufgabensystem. Entweder tippe ich es kurz in eine Weboberfläche, oder ich drücke am iPhone den Action Button und spreche es einfach ein. Die Aufnahme liegt zunächst lokal auf dem Gerät und wandert automatisch ins System, sobald ich wieder im WLAN bin.

Abgearbeitet wird das im Hintergrund, ohne dass ich jede Aufgabe einzeln anstoßen muss. Die Arbeit verteilt sich auf inzwischen über zwanzig spezialisierte Agenten. Einer kümmert sich um Firmware, einer um Home Assistant, einer um meine Weboberflächen – dazu eigene für CAD-Konstruktion, Platinenentwurf, Recherche, Sicherheit und einiges mehr. Sie laufen auf lokalen Open-Source-Modellen und führen ein eigenes Gedächtnis, in dem steht, was in meinem Setup gilt. Dadurch werden sie mit jeder Aufgabe ein Stück besser.

Orchestriert wird das Ganze von Claude Code, und das aus einem einfachen Grund: Für das Verteilen und vor allem für das abschließende Prüfen sind die lokalen Modelle noch nicht stark genug. Passt ein Ergebnis nicht, wird es abgewiesen, das Feedback landet direkt im Gedächtnis des Agenten und zurück in der Aufgabe – und es wird nichts ausgeliefert. Nur wenn auch da Unsicherheit bleibt, kommt die Sache zu mir.

Das Ergebnis konnte ich im Urlaub live mitlesen: Das Burn-down-Diagramm in meiner Oberfläche ging Tag für Tag nach unten. Am Ende war der Rückstand deutlich kleiner als vorher. Inzwischen wächst er wieder, weil ich laufend Neues hineinspreche – aber das ist ein gutes Problem.

Inventar: Bestellungen tragen sich selbst ein

Im Bastelkeller liegen tausende Kleinteile. Alles, was erfasst ist, bekommt einen Ablageort – und zwar hierarchisch: Schrank, darin eine Schublade, darin das einzelne Unterfach. An jedem Fach klebt ein QR-Code. Scannen zeigt mir, was drin liegen sollte, und ich kann in zwei Schritten etwas Neues hinzufügen.

Der Teil, der mir am meisten Arbeit abnimmt: Bestellungen tragen sich inzwischen selbst ein. Die Bestätigungsmails der gängigen Shops werden ausgelesen, der Artikel wird mit Menge und, wenn möglich, Bild angelegt – zunächst als unterwegs markiert. Erst mit der Zustellbestätigung gilt er als verfügbar. Diese Unterscheidung ist wichtiger, als sie klingt: Wenn die KI später prüft, ob ich die Teile für ein Projekt schon dahabe, hilft mir ein Bauteil nicht weiter, das noch in einem Paketzentrum liegt.

Eine Kleinigkeit habe ich bewusst geändert. Früher kam direkt nach der Zustellung die Frage, in welches Fach das Teil kommt. Beantworten konnte ich sie fast nie – das Paket lag ja noch auf der Veranda. Die Frage kommt jetzt gebündelt einmal pro Woche für alles, was noch keinen Platz hat. Technisch wäre sofort richtiger. Praktisch führt sofort dazu, dass es nie beantwortet wird.

Der eigentliche Nutzen zeigt sich beim Planen. Lege ich eine neue Idee an, die Hardware braucht, bekomme ich gleich die Rückmeldung, was davon im Haus ist und was fehlt. Was fehlt, landet auf der Einkaufsliste, damit es bei der nächsten Bestellung mitgeht.

Gridfinity – und ein Drucker, der kaum noch stillsteht

Parallel stelle ich meine Schubladen auf Gridfinity um. Das ist ein offenes Rastersystem: Man füllt eine Schublade mit Gittereinsätzen und setzt darauf passende Behälter, beliebig kombinierbar. Für so ziemlich jeden Gegenstand gibt es fertige Modelle zum Drucken.

Ein Beispiel: Meine beiden Ansteckmikrofone lagen bis vor Kurzem in ihrer Originalverpackung in der Schublade, nur weil der mitgelieferte Schaumstoff sie ordentlich hielt. Es gab ein passendes Gridfinity-Modell dafür. Jetzt liegen die Mikrofone und der USB-Adapter sauber nebeneinander, die Verpackung ist weg.

Der Haken: Das bedeutet sehr viel Druckzeit. Mein Drucker läuft inzwischen fast durchgehend, außer ich nehme gerade auf.

Der Druckfortschritt, der mir überallhin folgt

Weil so viel gedruckt wird, wollte ich den Status sehen, ohne das Handy zu entsperren. Home Assistant kann inzwischen Live-Aktivitäten auslösen – und damit liegt der Fortschritt in Prozent direkt auf dem Sperrbildschirm und aktualisiert sich fortlaufend.

Vorher habe ich mir einzelne Benachrichtigungen bei 25, 50, 75 Prozent geschickt. Das brauche ich nicht mehr. Ich sehe jederzeit, wo der Druck steht, und kann den nächsten Auftrag rechtzeitig in die Warteschlange legen.

Zwei Dinge haben mich dann doch überrascht. Erstens läuft dieselbe Anzeige auf der Apple Watch, inklusive kurzer Vibration bei Änderungen – ich muss das Handy gar nicht mehr herausholen. Zweitens: Ich bin ins Auto gestiegen, während ein Druck lief, und der Status stand in CarPlay. Damit hatte ich nicht gerechnet.

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Wie das eingerichtet wird, habe ich in einem eigenen Tutorial gezeigt: Jede beliebige Prozentzahl auf den iPhone-Sperrbildschirm bringen.

55 passt nicht auf 38: der Kamera-Adapter

Zuletzt habe ich mich noch einmal mit den Kameras im Garten beschäftigt. Mein Biohort-Gartenhaus hat oben umlaufend ein Glasband. Lange standen dort einfache Innenkameras direkt hinter der Scheibe und schauten in zwei Richtungen. Geschützt, günstig, eigentlich clever.

Nur funktioniert es nicht zuverlässig. Steht die Sonne schräg, spiegelt die Scheibe so stark, dass im Bild praktisch nichts mehr zu erkennen ist. Mal ist sie beschlagen, mal von außen verschmutzt. Und nachts warf die Infrarotbeleuchtung zusätzlich Reflexionen auf das Glas – also genau dann, wenn eine Kamera am ehesten gebraucht wird.

Also habe ich mich für echte Außenkameras entschieden, montiert an der Außenseite. Dabei stellte sich heraus, dass die mitgelieferte Adapterplatte von Reolink nicht auf die vorhandenen Schraubpunkte passt: Die abgerundeten Eckelemente des Gartenhauses sind mit zwei Schrauben im Abstand von etwa 55 Millimetern befestigt, die Kameraplatte will 38.

Neue Löcher in ein Gartenhaus zu bohren, kam für mich nicht infrage. Also habe ich mir in FreeCAD ein Zwischenstück konstruiert: oben die 55 Millimeter, um die bestehenden Schrauben weiterzuverwenden, unten die 38 für die Kamera, verstärkt mit eingeschmolzenen Gewindeeinsätzen, damit unter den Schrauben nichts ausreißt. Gedruckt in Schwarz, weil die Kamera schwarz und das Gartenhaus anthrazit ist.

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Das Modell liegt frei verfügbar auf MakerWorld: Adapterplatte für Reolink-Kamera am Biohort-Gartenhaus. Ich erwarte nicht, dass viele Menschen genau dieses Problem haben. Aber vielleicht hat irgendwann jemand genau dieses Gartenhaus und genau diese Kamera – und spart sich den Nachmittag.

Für mich ist das ohnehin der unterschätzte Teil am 3D-Druck im Smart Home. Fertige Modelle gibt es zu Tausenden. Der eigentliche Gewinn ist, sich mit wenig CAD-Erfahrung in einer halben Stunde genau das Teil zu bauen, das es sonst nirgends gibt.

Wie es weitergeht

Das war bewusst ein Rundumschlag statt eines einzelnen Themas. Die nächste Folge wird wieder ein dediziertes Thema haben. Die ganze Episode gibt es zum Anhören – die Links zu allen erwähnten Projekten stehen in den Shownotes.

Die komplette Folge mit allen Details: Mein Smart Home arbeitete im Urlaub weiter – Inventar, Gridfinity und ein Adapter aus dem Drucker #30.

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